Muhammad Ali Porträt

Tausende von Menschen pilgerten am 4. Tag des Ramadan 2016 nach Louisville, Kentucky zum Begräbnis Muhammad Alis. Manche kamen mit dem Auto aus benachbarten Städten, Andere mit dem Flugzeug und manche aus Übersee.

Ganze Gemeinden mieteten Busse und ein Shuttle-Service wurde eingerichtet. Nicht nur Muslime kamen, um den Champ die letzte Ehre zu erweisen. Buddhistische Mönche, Rabbiner, Mormonen, ehemalige Kontrahenten, Film- und Musikstars und aktive und ehemalige Staatsoberhäupter erschienen. Das war Muhammad Alis letzter Kampf.

Sein letzter Weg, wurde zum Spektakel.

Was ist Erfolg ?

Wie konnte ein Mann, noch dazu ein Schwarzer und gläubiger Muslim, in der Jugend aggressiv und im Alter zunehmend fragil so geliebt werden ? Wieso kamen so viele Menschen, verschiedener Hintergründe zusammen in seinem Gedenken ?

Tatsächlich war das Begräbnis schon lange geplant, er plante es vor seinem Tod, um den Armen und Geplagten im Westen von Louisville ein Beispiel zu geben, welche Leistungen Menschen aus bescheidenen Verhältnissen erbringen können. Die Frage, die sich stellt ist, wie ? Was ist Erfolg ?

Was können wir aus dem Leben Muhammad Alis lernen ? Hier zeigen wir 5 Lektionen, die du aus dem Leben Muhammad Alis mitnehmen kannst.

1. Arbeite hart, SEI FANTASTISCH

Ich hasste jede Minute des Trainings aber ich sagte „Gib nicht auf. Leide jetzt und sei ein Champion für den Rest deines Lebens. – Muhammad Ali

Muhammad war fantastisch und er hat jede Minute seines Lebens hart dafür gearbeitet. Er war ein großartiger Vater, ein begnadeter Entertainer, einer der größten Sportler des Jahrhunderts und vor allem ein großartiger Boxer.

Boxen ist ein Sport, der in Filmen gerne verklärt wird. 60 Sekunden am Sandsack, 60 Sekunden Seilhüpfen und 60 Sekunden gemeinsames Laufen mit dem Titelhelden auf der Straße. Nun, das ist alles nicht so einfach. Die internationale Konkurrenz ist hart und es erfordert Jahre des harten Trainings und der Arbeit, bis man die notwendigen Fähigkeiten entwickelt hat.

Boxen lernen, ist wie Laufen lernen und geht eben nur Schritt für Schritt und zwar in sehr kleinen Schritten und du stolperst dabei besser nicht und achtest immer auf dein Kinn. Du lernst zu täuschen, locken und verdammt hart zuschlagen, alles mit Geschwindigkeit, Genauigkeit und Kraft.

Gleichzeitig steht dein Gegenüber nicht still, sondern versucht die Scheiße aus dir heraus zu prügeln. Alles eingehüllt in einer Atmosphäre von Jubel, Gekreische, Blut und Schweiß.

Als Muhammad Ali die Bühne der Welt betrat, war er vor allem eines, Weltklasse. In der Schwergewichtsklasse, bekannt für träge Bewegungen und harte Schläge, kam ihn sein Training besonders zu Gute. Er tanzte um seine Gegner und zwar solange bis er zuschlug. „Ich schwebe wie ein Schmetterling und steche wie eine Biene.“ pflegte er vor seinem Kämpfen zu sagen.

Unabhängig vom Berufsfeld braucht es harte Arbeit und einen Sinn für Bestimmung, um zu der Spitzenklasse zu gehören. Die meisten schaffen das nie. Deshalb musst du zuerst lernen, das auch zu wollen. Du musst nicht der Beste sein, um fantastisch zu sein.

Es ist nicht so, dass Muhammad Ali nie einen Kampf verloren hätte, das hat er und nicht zu knapp. Entscheidend ist nicht das Ergebnis, sondern der Prozess. Du bekommst deinen Erfolg genau dann, wenn du ihn verdienst. Das mag dir gefallen, vermutlich tut es das aber nicht.

Was ist Erfolg Muhammad Ali

2. Deine Stimme zählt

Ich sagte ihm, dass er seinen Mund aufmachen muss. Stars müssen reden, woher sollten die Anderen sonst wissen, wer sie sind. – Angelo Dundee (Betreuer und persönlicher Freund Muhammad Alis)

Noch jung und unbekannt, pflegte ein Mann aus Lousville, Kentucky, geboren unter dem Namen Cassius Clay laut auszurufen „Ich bin der Größte“. Seine große Klappe brachte ihm bald den zweifelhaften Titel „Louisville Großmaul“ ein. Manche verstanden das als Arroganz, Andere erkannten die absichtliche Übertreibung.

Die Karriere Muhammad Alis begann zu einer Zeit, als schwarze Hautfarbe bedeutungsgleich mit der Unterschicht war und zwar schlimmer als im heutigen Sinn. Es gab getrennte Toiletten, eigene Wasserspender und öffentliche Einrichtungen, die die Überlegenheit der Weißen betonten.

Genaugenommen hat Muhammad nicht nur laut sondern auch wahr gesprochen und damit an den Vorurteilen gerüttelt.

„Ich sehe gut aus.“ sagte er mit einem Lächeln zu den Medienvertretern. Die Tatsache, dass ein schwarzer Mann Aussehen ins Feld führte, war in der Welt des Farbfernsehens skandalös. Er war die Stimme der jungen, schwarzen, zornigen Männer.

Ein schwarzer Mann musste still, gehorsam und „hässlich“ sein, zumindest wenn er auf einen weißen Mann traf. Gott hat alle Menschen in Schönheit und Vollendung erschaffen

Gott ist es, der die Erde für euch als festen Grund und den Himmel als Bau geschaffen hat und der euch Gestalt gegeben und eure Gestalten schön gemacht hat und euch mit allen guten Dingen versorgt hat. Das ist Gott, der Herr. Segensreich ist Gott, der Herr der Welten – Koran Sure 40, Vers 64

Muhammad Ali zeigte der Welt, dass Schwarze eloquent sein können, Farbige können fantastisch sein und Farbige können auch schön sein. Seine Stimme war bedeutend. „Er gab mir meine Würde wieder.“ sagte ein Hausmeister zu einem jungen Barack Obama. Seine laute Stimme höhlte die Jahrhunderte alte Sage der Weißen Überlegenheit aus und gab den Entrechtenden eine Stimme.

Heutzutage beginnen die Stimmen, vom Rande der Gesellschaft auf das Podium zurückzukehren, wenn auch geringer in Zahl. Ihre Botschaft aus Hass und Gewalt flutet die Medien. Das Beispiel Muhammad Alis zeigt, dass wir der negativ Spirale entgegentreten müssen. Sei laut, nicht um Lärm zu machen, sondern deine Botschaft zu teilen.

Lass deiner Stimme, Menschen ihre Würde zurückgeben.

3. Wachse über dich selbst hinaus

Im Alter von 24 hatte Cassius Clay seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Allerdings erkannte er, dass sein Leben größer als der Box Ring war. Er sprach die Schahada (das muslimische Glaubensbekenntnis) und nahm den Namen „Muhammad Ali“ an. Muhammad ist der Name des Propheten, s.a.w. und Ali meint „der Große“. Bis Muhammad Alis letzter Kampf kam, sollten er diesen Namen beibehalten.

Die Medien waren unsicher, ob sie ihn kritisieren oder verspotten sollten. Im Zweifel taten sie beides. Muhammad entschied, dass seine Überzeugungen wichtiger waren als seine augenblickliche Popularität. Es war kein einfacher Schritt, seinen früheren Namen aufzugeben und vor die Welt als Muhammad Ali zu treten.

1966 kämpfte Ali gegen Ernie Terrell und während der Veranstaltung schrie er ihn andauernd an „Wie ist mein Name !“ Es war im persönliche wichtig, jeden wissen zu lassen, dass er seinen „Sklavennamen“, wie er „Cassius Clay“ nannte, abgelegt hatte.

Der Konflikt eskalierte mit der Einberufung in den Vietnam-Krieg. Seine Weigerung dem Einberufungsbefehl zu folgen, führte zum Verlust all seiner Titel, doch brachte seinen Namen in die Geschichtsbücher. „Ich habe keinen Streit mit dem Vietcong.“ sagte Ali.

Diese Worte leiteten seinen persönlichen Wandel ein. Er wurde mehr und mehr Entertainer und Sprecher der schwarzen Gemeinschaften in den USA.

Muhammad Alis letzte Kampf

4. Nimm nichts persönlich

Eine der überraschendsten Aspekte am Erbe Muhammad Alis ist seine Eigenschaft, Konkurrenten in Freunde zu verwandeln. George Foreman, Richard Dunn und sogar sein chronischer Kritiker, Howard Cosell wurden enge Freunde. In dem bekannt schmutzigen Kampf mit dem japanischen Profi-Wrestler Antonio Inoki, verlor Ali durch wiederholte Sidekicks beinahe seine Fähigkeit zu Gehen.

Als Inoki Jahre später seinen Abschiedskampf gab, war Ali im Publikum. So verhielt sich Ali allerdings nicht nur zu Prominenten.

Ein großer Teil des Charisma Alis lag in seiner Eigenschaften, Helden aus einfachen Menschen zu machen. Es gab hunderte von Menschen die niedergeschlagen und trauernd zu Ali kamen und ihn mit neuer Kraft und Energie verließen. Ob sie ihn nun mochten oder nicht.

5. Muhammad Alis letzter Kampf

Gott gab mir Parkinson, um mir zu zeigen, dass ich nicht der Größte bin, Er ist es. Gott gab mir diese Krankheit, um mich zu erinnern, dass ich nicht die Nummer Eins bin, Er ist es. – Muhammad Ali

Kurz nachdem er sich aus dem Wettkampfsport zurück gezogen hatte, begann er, erste Symptome von Parkinson zu zeigen. Die Krankheit beeinträchtigt Gehirn und Feinmotorik. Sein Gang wurde langsam und schwerfällig, die Gesichtszüge maskenhaft und die Stimme dumpf. Alles, das Muhammad Ali ausmachte, begann zu schwinden. Weder schwebte er wie ein Schmetterling, noch stach er wie eine Biene. Damit begann die nächste Phase seines Lebens.

Im Rückblick, bemerkten Freunde und Verwandte, dass Ali sich mehr und mehr der Religion zuwendete. Jede seiner Taten zielten auf Gott und das Paradies. He spendete $100 Noten an ganze Menschenschlangen in Südamerika. Er half einen Mann vom Suizid abzuhalten, der sich in einer schweren Lebenskrise befand. Darüber hinaus tat tausende kleiner Taten und veranstalte Wohlfahrtsveranstaltungen. Was ist Erfolg ? Muhammad Alis Ziel war das Paradies. Das war Muhammad Alis letzter Kampf.