Das Leben ist eine Reise, von Gott zu Gott zurück.

Aus der Türkei nach Deutschland

zitate wüste

Es ist fantastisch, wie die kleinsten Momente im Leben, die von außen völlig unbedeutend aussehen können, unser späteres Leben bestimmen. Genau genommen bin ich am Dorf aufgewachsen, ich zog erst später in die Stadt.

Von Beginn an zogen Menschen in die Städte, weil sie auf Veränderung und Chance hofften. Es ist fantastisch, wie uns alle die Moderne aufgefressen hat. Ich vermisse das Dorf manchmal. Es gibt die goldenen Felder im Sommer und den tiefen Schnee im Winter.

Für seinen Roman Schnee hat Orhan Pamuk, für seinen Roman Schnee den Literaturnobelpreis gewonnen.

Die Männer in Anatolien sind hager aus Leder gemacht. Der Staub, die Kälte und der Wind haben alles überflüssige Fleisch aus den Gesichtern und der Landschaft geschnitten. Die Hitze der langen Sommers hat sie anschließend gegerbt. Es gibt keinen Platz für Milde in Anatolien, das Land gibt das nicht her.

Alles das bleibt ist Istanbul, die Metropole am Bosporus, die Hauptstadt der Oströmer, der Byzantiner und der Osmanen, der Inbegriff von Wohlstand und Fülle. Und wenn der Schnee fällt in Istanbul, dann weinen wir und wollen zurück in unser Dorf nach Anatolien.

Das Leben in Deutschland

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Türken sind ein wenig wie Österreicher. Freundliche, sympathische, nette Menschen, die es überhaupt nicht ehrlich meinen.

Das ist was beide so unpassend für Deutschland macht. Ein Türke in Deutschland hat das Gefühl, emotional zu erfrieren. Der Sommer in Deutschland ist weit kälter als die wenigen Winter in denen es in Istanbul schneit.

Wäre ich Deutscher, ich würde eine Waffe auf mich richten und dann abdrücken. Es wäre immer noch immer besser als dieses Scheinleben.

Für mich macht Deutschland immer diesen Eindruck einen blutleeren Ameisenhaufens, in dem ich mich täglich frage, ob die Menschen tatsächlich Gefühle empfinden oder nur so tun, um den Nachbarn nicht zu kränken.

Eine verfallende Zivilisation

Im Grunde blicken wir auf eine sterbende Kultur, aus der jegliches Leben Mitte der 80er Jahre gewichen ist, gemeinsam mit den letzten Kindern. Ob wir noch ein letztes Erheben, ein viertes Reich sehen werden, ich weiß es nicht.

Glauben tue ich es jedenfalls nicht. Ich glaube, dass wir noch viele Computerspiele der „For Honor“-Reihe sehen werden, indem sich in einem apokalyptischen Ödland, Wikinger, Samurai um die Vorherrschaft kloppen. Und ja, ich halte das ungefähr für genau so bescheuert, wie es klingt.

Genau so wie ich es für das derzeitige Lebensgefühl in Deutschland halte. Ein Land indem die eine Hälfte der Bevölkerung nur noch auf ihre Rente wartet, während der andere Teil alles nur noch einfach brennen sehen will.

Deutschland und der Islam

Im wesentlichen ist das, wie ich die Diskussion um den Islam in Deutschland wahrnehme. Ein bockiges, kleines Teenager Mädchen, dass das Tischgebet ihrer Eltern hasst, weil es instinktiv versteht, dass es einen gewissen Wert hat. Das Gegenteil eines gläubigen Menschen ist nicht der militante Atheist oder Islamhasser.

Das Gegenteil ist der elegante Mann von Welt, der seine Zigarre genießt um anschließend eine orientalische Bauchtanzvorführung zu sehen. Nichts könnte ihm ferner liegen, als ein Gespräch über Gott zu führen oder mit selbst gebastelten Pappschildern auf die Straße zu gehen. Zumindest nicht so lange der Whiskey kühl und die Frauen willig sind.

Die Islamgegnerschaft in Deutschland, ist in meinen Augen aus einem ganz anderen Holz geschnitzt. Aus meiner Sicht, sind das ein Haufen grauer Silberfüchse, die Angst haben, Flüchtlinge könnten ihnen Sozialleistungen stehlen, die sie benötigen, um noch ein Jahr länger Pfandflaschen sammeln zu gehen und wütende Kommentare auf Facebook zu schreiben.

Ich sehe Menschen, die beleidigt sind, dass andere nicht an ihr eingebildetes Phantasieprodukt glauben. Menschen die sich verunsichert fühlen, auf traditionelle Familienwert, Zusammenhalt und eine Lebenseinstellung zu treffen, die nicht, Bio-Lebensmittel, Fahrradfahren und den verhaltensgestörten Hund ohne Kinder als höchstens Lebensziel ansieht.

Der Stachel im Fleisch, auf sein eigenes Leben zu blicken und sich fragen zu müssen, ob es nicht Verschwendung war. Die unsägliche Enttäuschung ein Scheinleben geführt zu haben. Niemals richtig gelebt, richtig gelebt, richtig geglaubt zu haben.

Alles wird gut

Kleines Ding, um uns zu quälen,
hier in diese Brust gelegt,
Weder Lust noch Qualen, sind im
schrecklicher als das. Kalt und Fühllos
! Oh, ihr Götter schmelzt es lieber mir
zu Glas.
Lieben, hassen, fürchten, zittern
beben bis ins Mark, mag das Leben
zwar verbittern aber ohne sie wär es Quark.

Im Grunde ist das was Leben für mich ausmacht. Ich würde alles im meinem Leben eintauschen, um einen Sommer ohne eine Cent in der Tasche mit Bilge durch die Straßen von Istanbul zu tollen, um dann zu spüren wie der Schnee im Winter sanft auf meine Hut fällt im mir einen kalten Schauer durch alle meine Glieder jagt.

  • . Generation nach Generation, muss leiden und sterben. Wir leben damit, könnt ihr das ?
  •  Was immer es kostet.
  • Wirklich. Mit euren Riesterplänen und Bio-Lebensmitteln, Fernreisen und Fitnessklubs ? Habt ihr die Ausdauer, die Beharrlichkeit, den Glauben ? Wir haben ihn. Bombardiert uns, hungert uns aus, besetzt unsere heiligen Stätten und doch werden wir nie unseren Glauben verlieren. Wir tragen Gott in unserem Herzen und unserer Seele. Der Tag an dem wir sterben, ist der Tag, an dem wir zu ihm zurückkehren. Hundert, zweihundert, dreihundert Jahre…Was kümmert uns Zeit.